Bio Einweggeschirr kompostierbar?

Nachhaltig, biologisch abbaubar, kompostierbar, recycelbar:


Beim Begriff 'BIO' denken die meisten Menschen an besonders umweltfreundliche Produkte. Fakt ist aber, damit wird oft etwas suggeriert, was so überhaupt nicht stimmt!

Was generell von dieser mehr als Etikettenschwindel zu bezeichneten Aussage zu halten ist, läßt sich im Artikel
Check von „Bio“-Einweggeschirr: Zweifelhafte Öko-Argumente der Verbraucherzentrale NRW nachlesen - zusammengefasst wie folgt:
"Es wird von Herstellern oder Händlern oft verwendet, um darauf hinzuweisen, dass der Kunststoff ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurde. Es bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie auch biologisch abbaubar sind. Merkwürdig war auch die Verwendung des Bio-Begriffs bei Pappgeschirr".

Und wie in dem Artikel erwähnt, wird allein das Wort 'Bio' mehr oder weniger inflationär genutzt, da es nur im Bereich von Lebensmitteln eine echte staatliche Zertifierung gibt Ansonsten kann jeder auch nur aus Marketinggründen das Wort 'BIO' verwenden. So weisen z. B. Hersteller oder Händler bei diesen 'BIO-Kunststoffen' eben bewusst darauf hin, das besagtes Bio Einweggeschirr ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurde - was aber eben nicht wirklich bedeutet, dass dieses sogenannte BIO Geschirr auch wirklich so einfach biologisch abbaubar ist - ganz im Gegenteil!

Der Markt ist also unübersichtlich und die Produkte auf Grund der Herstellung (meist in ASIEN), vor allem aber auch auf Grund der Entsorgung eben bei weitem nicht so "grün" wie behauptet – mehr dazu ist auch hier nachlesbar  Pressemitteilung Bundesumweltamt.

Konkret betrifft das Gesagte das Einweggeschirr aus PLA (hergestellt aus pflanzlicher Stärke) ebenso aber auch das Zuckerrohrgeschirr, Palmblattgeschirr oder gar Bambusgeschirr. 
Zum Teil werden manche dieser Produkte auch noch fälschlicherweise als „essbar“ bezeichnet, was keinesfalls der Fall ist - das heißt: bei sogenannten Bioeinweggeschirr aus Mais- oder Kartoffelstärke oder auch aus Zuckerrohr sollte sich niemand von den als essbar geltenden Rohstoffen täuschen lassen - diese als „kompostierbares, recycelbares Geschirr“ angebotenen Produkte sind ungenießbar und keine zugelassenen Lebensmittel! Andernfalls wären diese als „essbare Verpackung“ mit 7% und nicht mit 19% Mwst. belastet.
Unter Vortäuschung falscher Tatsachen lassen sich in diesem Zusammenhang die vielfach angebotenen Weizenkleie Teller einordnen - diese werden als 'essbar' angeboten und mit 7% besteuert, sind aber in Wirklichkeit völlig ungenießbar und landen zu 100% im Müll! Somit sind Weizenkleie Teller ein 100% Einwegprodukt und müßten eigentlich mit 19% besteuert werden ... 

Dagegen sind die Made in Germany hergestellten Füllett als 100% Backware (also auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt)  'echte' essbare Schalen, welche dem ermäßigten Steuersatz unterliegen – ähnlich den im Cateringbedarf nur begrenzt verwendbaren, weil schnell durchweichten Waffelschalen / Waffelgeschirr.

Inwieweit man das Füllett als Backware nun als "essbare Verpackung" oder „Bio Einweggeschirr“ bezeichnen will, bleibt Geschmacksache schlechthin– dann wären allerdings Waffelschalen ebenso einzuordnen.
Unter dem Umweltaspekt erfüllen Füllett aber am besten den Anspruch der Nachhaltigkeit, der Müllvermeidung und der Ökologie. Sie stellen als wirklich verzehrbares Produkt eine andere Art von "Öko Einweggeschirr" dar:

DENN: nicht verzehrte Füllett sind reiner Speiseabfall und damit absolut nachhaltig! Außerdem ist die Rücklaufquote wesentlich geringer, da meist über 50% verzehrt werden - was das Müllaufkommen und die damit verbundenen Kosten minimiert! Die Attribute 'recycelbar - nachhaltig - umweltfreundlich - ökologisch'  hat eine echte BACKWARE ohnehin nicht nötig!