Füllett: das 'knusprige Lebenswerk'!

Eine Idee, welche lange Zeit dem heutigen Trend voraus war ...


denn das Thema ‚Müllvermeidung-Umweltbewusstsein-Nachhaltigkeit‘ beschäftige uns schon Mitte der 90-er Jahre in unserem damals eigenem Cateringunternehmen. Das allerdings soviel Zeit vergehen würde, bis dieses Thema auch von anderen (gast)gewerblichen Anwendern, Verbrauchern und vor allem auch der Politik aufgegriffen wird, hätten wir damals aber nicht für möglich gehalten!
WIR haben also schon lange das erfunden, was heute gefragt ist: volkstümlich als ‚essbare Schalen & essbares Geschirr‘ bezeichnete Cups!


Hinter dem WIR stehen im übrigen der ERFINDER des Produktes & Verfahrens Wolfgang Linke (mein Mann) als Verfahrenstechnologe und als Frontfrau (und hier die Redakteurin) meine Wenigkeit, Marion Thiele. Das heißt, wir sind ein Familienunternehmen, welches durch die eigene gastronomische Vergangenheit auch entsprechendes Branchenwissen besitzt.

Unsere Produktidee entsprang letztendlich aus dem eigenen Bedarf und es flossen natürlich so auch unsere Erfahrungen und damit ganz konkrete Vorstellungen hinsichtlich der Produkteigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten ein. Benötigt wurde ein gebackenes, sehr feuchtigkeitsbeständiges ‚Etwas‘ in verschiedenen Größen, welches vielseitig von MINI für Fingerfood (also auch mit langen Standzeiten im Kühlschrank) bis MAXI als umweltfreundliche 'essbare Schale' für Suppen, Pfannengerichte, Salate, Desserts usw. verwendbar sein sollte. Und es sollte ein Produkt sein, welches aus natürlichen Rohstoffen ohne jegliche Zusatzstoffe gebacken wird und welches vorallem auch bruchsicherer als Waffeln sein sollte.

Vorab haben wir natürlich umfangreiche Marktrecherchen betrieben, ohne aber wirklich fündig zu werden. Herkömmliche Waffelschalen als die einzig wirklich ‚verzehrbare‘ Variante standen auf Grund der Produkteigenschaften als Alternativprodukt nicht zur Debatte – das schon damals verfügbare, mehr oder weniger gut kompostierbare aber nicht (!) verzehrbare Einweggeschirr (z. B. aus Stärke) ebenso wenig (dazu hier mehr lesen).
Als Ostdeutsche aufgewachsen und damit ‚do it yourself‘ gewöhnt, haben wir also in Ermangelung für uns relevanter Produkte uns dieser Thematik angenommen.
 
Von Anfang stand dabei fest: herkömmliche Backtechnik ist zur Herstellung derartiger 'essbarer Schalen' nicht verwendbar. Das bedeutete, mit der ‚Erfindung‘ des Produktes allein war es nicht getan, sondern es musste auch noch die komplette Verfahrenstechnologie mit entwickelt werden. Eine Aufgabe, welche es in sich hatte! Und ehrlich, hätten wir im Vorfeld gewusst, was da auf uns zukommt, wir hätten die Finger davon gelassen! 

Stattdessen haben wir eine neue Firma gegründet und über ein FuE-Projekt Grundlagenforschung betrieben - und das parallel zum damals noch eigenem Cateringbetrieb, in dem wir ja schon mit einer regulären Wochenarbeitszeit von ca. 60-70h gebunden waren. Was aber nicht zu ändern war, denn dies war unsere reguläre Einnahmequelle...

So haben wir die zur Herstellung der Cups notwendige Verfahrenstechnologie mehr oder weniger im 'Zweitjob' entwickelt, konnten aber für die aufwändigen Versuchsreihen wenigstens die Unterstützung einer Doktorantin von der TU-Dresden/ Abt. Lebensmitteltechnologie nutzen.
Alles in allem handelte es sich aber um einen Projektumfang, dem sich im ‚Normalfall‘ Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen oder Forschungsinstitute mit hochbezahlten Ingenieuren täglich 8 h und das über Monate/ Jahre mit einem Millionen-Budget widmen. Wir haben einen Bruchteil an Zeit und Geld davon benötigt und trotzdem ein Ergebnis erreicht, welches sich sehen lassen kann – darauf sind wir stolz!

 
Und natürlich bekam unsere Erfindung mit Beendigung der FuE-Phase dann auch einen Namen, d. h. das bisher als 'Formbackware' bezeichnete Produkt wurde unter der EU-Marke Füllett eingetragen. Wobei dies nicht nur ein Markenname, sondern auch eine völlig eigenständige Produktgattung ist – soll heißen, so wie Kekse eben Kekse, Waffeln eben Waffeln und Brot eben Brot sind. Deshalb auch hier gleich nochmals an dieser Stelle: Füllett sind keine Waffelschalen - dazu am besten auch hier lesen.
Um unser Know-how zu schützen und ein Alleinstellungsmerkmal zu sichern, wurde nach dem Produktpatent dann mit Abschluss der FuE -Phase auch die Verfahrenstechnologie international patentiert - was in unserer Unternehmengröße finanziell eigentlich kaum machbar ist, aber unsererseits als notwendig erachtet wurde. Und prompt kam es, wie es kommen musste: gleich nach Offenlegung des Schutzrechtes sahen wir uns dem unverfrorenen Ansinnen einer großen Maschinenbaufirma nach einem 'kostenlosen' (!)  Mitbenutzungsrecht' an unserem Patent ausgesetzt. Ein Kampf wie 'David gegen Goliath' - aber: letztenlich hatten die 'Großen' doch das Nachsehen und haben ihr Ziel nicht erreicht ;-) ...

Bis heute arbeiten wir nun auf der aus dem FuE Projekt hervorgegangen 1. Pilotanlage, welche uns die technische Basis zur Herstellung des derzeitigen Füllett-Sortiments bietet. So haben wir einen für uns sehr wichtigen Meilenstein erreicht – d. h. die Akzeptanz und der Bedarf des absolut konkurrenzlosen Füllett ist mit einem sehr repräsentativen Kundenklientel nachweisbar - entgegen den anfänglichen und teilweise auch heute noch nicht verstummten Unkenrufen von Berufsskeptikern und Bedenkenträgern!


Gleichzeitig wurde über ‚learnig-by-doing‘ im Laufe der Jahre das Backverfahren weiter optimiert. Die Produktion mit der im industriellen Maßstab vergleichsweise kleinen Anlage (wenn für Laien mit 12m Länge auch ‚groß‘ aussehend ;-)) bedeutet auf Grund der relativ geringen Stückzahl nämlich noch hohe Produktionskosten = Verkaufspreis. Das heißt, ohne die Entwicklung eines hochleistungsfähigen Backautomaten wird es keine  effektive Serienfertigung geben! Für das strategische Ziel, d. h. die Vermarktung des kompletten Know-how, ist der derzeitige Produktionsstandort aber als ‚Referenzprojekt‘ unabdingbar.

Die Füllett sind übrigens nicht nur ungefüllt als 'essbare Schalen' für die individuelle verwendbar, sondern bieten für industrielle Anwendungen ein hohes Wertschöpfungspotenzial.
Wir haben das kalorienarme, bio-vegan gebackene Füllett auch darauf hin getestet und selbst ein erstes tiefgekühltes Convenience- Fingerfood- Sortiment unter der zweiten  Marke 'Snacklett' entwickelt. Dieses wurde in 4 Sorten bereits auch auf einem B2B- Testmarkt mit äußerst positiver Resonanz vorgestellt.
 
Alles in allem haben wir in die Projektentwicklung und den Marktaufbau viel ‚Blut und Schweiß‘ und noch mehr Geld und Geduld investiert - und dabei reichlich unternehmerische Erfahrung gesammelt (auch welche, auf die wir gern verzichtet hätten!). Das heißt, das Projekt ist jetzt ‚reif‘ um von branchenaffinen, weitsichtigen und wirklichen Innovationen gegenüber aufgeschlossenen Unternehmen / Personen fortgeführt zu werden. Wir selbst sind an dem Füllett-Projekt ‚gereift‘ ;-) und wollen das auch auf Grund fehlender familiärer Nachfolge nun nicht mehr selbst in dem für eine Serienfertigung notwendigen ‚Großprojekt‘ fortführen.

ABER: für das ‚Großprojekt‘ sind wir zwischenzeitlich nun doch noch einen weiteren Schritt gegangen und haben für einen hochleistungsfähigen Füllett- Backautomaten ein Maschinenkonzept entwickelt, auf dessen Basis wir vor kurzem ein neues Patent angemeldet haben. Diese Schutzrechtsanmeldung stellt nun eine weitere Grundlage für die internationale Vermarktung der Technologie dar, deren Zielstellung die Lizenzierung / Verkauf des Know-how ist.

In der Vergangenheit hat es übrigens von zahlreichen namhaften, teilweise sehr großen Unternehmen ‚Begehrlichkeiten‘ zum Erwerb unseres Know-how gegeben. Allerdings war die Bereitschaft, unsere umfangreiche Vorarbeit mit dem hohen verfahrenstechnologischen und vertrieblichen Know-how anzuerkennen, sowie das vorhandene Alleinstellungsmerkmal wertzuschätzen, nie in dem für uns akzeptablen Maße vorhanden. Das heißt, wir haben unsererseits bisher keinen ernsthaften Ansatz für einen Technologietransfer gesehen und deshalb meist selbst die Verhandlungen abgebrochen. Zumal auch das Geschäftsgebahren der 'Großen' mehrheitlich (!) stark zu wünschen übrig läßt: neben geplatzten Absprachen und Terminen wurden auch geschlossene Vertraulichkeitsvereinbarungen ganz bewusst verletzt und stattdessen hinter unserem Rücken agiert.

Fakt ist: als (noch dazu ostdeutsche) 'No-Name-Firma‘ läuft man im Grunde immer Gefahr, von den vermeintlich ‚Stärkeren‘ vereinnahmt zu werden.
Denn wie wir selbst in zahlreichen Gesprächen festgestellt haben, scheuen die 'Großen' nämlich meist das Entwicklungsrisiko - denn wer will, wenn es schief geht, schon den Kopf hinhalten? Da ist es doch stattdessen  viel erstrebenswerter,  fremdes Know- how zum 'Schnäppchenpreis' zu erwerben! Allerdings mit Sicherheit nicht das Unsere, denn wir wissen um den Marktwert unserer Technologie und werden deshalb nur auf 'Augenhöhe' mit einem auf Fairness setzenden Interessenten verhandeln.

Auf Grundlage unserer Erfahrungen haben wir nun deshalb auch für den geplanten Technologietransfer ein auf internationale Akquise spezialisiertes Unternehmen eingebunden.